Online-Werbung ist oftmals hartnäckig und penetrant: Wer sich nur einmal kurz über ein Hotel informiert, bekommt schon Minuten später Anzeigen für genau dieses Hotel zu sehen – auf allen möglichen Websites, überall, tagelang. Ein bisschen gruselig ist diese Art der "interessenbasierten Werbung" schon, schließlich verrät sie viel über die persönlichen Vorlieben des Einzelnen. Für etwas Verwirrung will nun ein kleines Tool von Mozilla sorgen: "Track This" öffnet 100 Tabs mit verschiedenen Websites, darunter viele Onlineshops. Werbe-Tracker können die "echten Interessen" nicht mehr so leicht identifizieren.

Influencer und Superreiche

Der Nutzer hat zunächst die Wahl zwischen vier fiktiven Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Werbeprofilen. Der "Influencer" etwa interessiert sich für Likes, Follower, Gesichtscremes, Schminkroutinen und Meditations-Apps. Nach einem Klick auf "Track This" öffnet die Web-App 100 Tabs, die zu diesem Profil passen. Auf diese Weise trickst der Browser Werbetreibende aus.

"Wenn du dich jemals gefragt hast, wie das Leben als Youtube aussehen könnte, ist das deine Chance!", schreibt Mozilla in einem Blog-Eintrag. Für ein paar Tage bekommt der Nutzer nun (unpassende) Werbung zu Schmink-Produkten, Like-Börsen und anderen Dingen gezeigt. Wer das Profil "Filthy Rich" (unverschämt reich) darf sich vielleicht über Whirlpool-Werbung freuen. Recht schnell werden diese Anzeigen aber wieder den ganz persönlichen Geschmack des Nutzers treffen – wenn er nämlich seinen normalen Surfgewohnheiten nachgeht und die Tracker mit sinnvollen Informationen füttert.

Cookies pflastern seinen Weg

Mit dem kleinen Tool zeigt Mozilla, wie die Onlinewerbung und die Profilbildung funktioniert. Nicht jedem ist das bewusst, viele wundern sich etwa über die erstaunlich passende Werbung. Hört das Mobilgerät etwa heimlich mit, um Anzeigen auszuspielen, die zu Gesprächen passen? (Eine oft gelesene These, die sich bislang nicht erhärten ließ.)

Markiert werden Nutzer ganz einfach mit Cookies, die ein seitenübergreifendes Verfolgen und Bewerben ermöglichen. Sie speichern auch sinnvolle Parameter für Onlineshops, etwa die gewünschte Sprache oder den Warenkorb. Cookies komplett zu verdammen, wäre daher auch unangebracht. Problematisch aber wird es, wenn "zwielichtige Datenhändler" die Cookies gegen den Willen der Nutzer verwenden, um diesen hinterher zu spionieren, schreibt Mozilla. Firefox setzt daher auf verfeinerte Kontrollmöglichkeiten.