Die Produkte der amerikanischen Firma Sonos sind heute fast so etwas wie das Tempo-Taschentuch der vernetzten Lautsprecher. So wie Tempo synonym für Papiertaschentücher steht, steht Sonos für Musikanlagen, die ans Internet angeschlossen sind. Kaum ein anderer Hersteller bietet über seine Lautsprecher Zugang zu so vielen Musikdiensten wie Sonos.

Davon will jetzt auch Ikea profitieren.

Dass die beiden Unternehmen gemeinsam an neuen Produkten arbeiten wollen, hatten sie Ende 2017 bekannt gegeben. Erste Ergebnisse dieser Kooperation hat der schwedische Möbelhersteller jetzt in Mailand vorgestellt. Sie heißen - typisch Ikea - Symfonisk, sehen nach "typisch Ikea" aus und haben eine Doppelfunktion.

Die ist bei der Symfonisk-Tischleuchte eindeutig: Oben ist sie Lampe, unten Lautsprecher. Dadurch wirkt das Gebilde irgendwie bauchig. Der Lautsprecher bildet sozusagen den Fuß der Lampe und ist ein bisschen größer als die kleinste Box aus dem Sonos-Sortiment, die Play 1.

Für die Kombination aus Lampe und Lautsprecher habe man sich entschieden, weil man festgestellt habe, dass vielen Kunden der Platz fehle, um eine Lautsprecherbox aufzustellen, sagt Stepjan Begic, Produktentwickler in Ikeas Smarthome-Abteilung dem SPIEGEL.

Ein gutes Stück kleiner sind die Symfonisk-Regallautsprecher, die ein Doppelleben als Buchstützen führen. Interessanter ist freilich die Möglichkeit, die Boxen an die Wand zu schrauben. Das kann man hochkant machen, wie im folgenden Ikea-Pressefoto. Horizontal angeschraubt, werden die Lautsprecher zu Miniregalen, könnten beispielsweise einer Lampe als Unterlage dienen.

Technisch steckt in den Boxen in etwa dieselbe Elektronik wie in einem Play 1, sagt Sara Morris, die bei Sonos als Produktmanagerin für die Kooperation mit Ikea zuständig ist. Nur die Lautsprecher selbst seien andere als in den von Sonos selbst gebauten Boxen. Die Steuerung der Ikea-Boxen erfolgt über die Sonos-App, weshalb sie sich auch in vorhandene Sonos-Systeme einfügen lassen sollen.

In vielerlei Hinsicht scheinen Ikeas neue Lautsprecher also mit denen von Sonos identisch zu sein. Bei dem Tischlampenlautsprecher gilt das auch für den Preis: Mit 179 Euro kostet er exakt so viel wie ein Play 1 von Sonos. Ikeas Regallautsprecher hingegen ist mit knapp 100 Euro weit günstiger.

Bleibt abzuwarten, ob die vernetzten Schweden-Lautsprecher eher nach Spanplatten-Möbelbausatz oder doch nach Hi-Fi klingen. Ausprobieren konnten wir das noch nicht - und werden darauf auch noch etwas warten müssen. In die Läden kommen die neuen Ikea-Lautsprecher erst im August.

Für Sonos könnte das wie Weihnachten im Sommer werden. Durch die Partnerschaft mit dem Möbelunternehmen kann der vergleichsweise kleine US-Hersteller seine Technik auf einen Schlag weltweit einem ganz neuen Publikum anbieten. Einem Publikum, das - das dürfte die Hoffnung sein - später vielleicht auch die teureren Modelle der Amerikaner kaufen wird.