Das US-Militär hat den iranischen Revolutionsgarden den Versuch vorgeworfen, eine amerikanische Drohne über dem Golf von Oman abzuschießen. Dadurch hätten sie eine Beobachtung der mutmaßlichen Attacke auf einen Öltanker diese Woche verhindern wollen, teilte der Sprecher des für den Nahen Osten zuständigen US-Zentralkommandos am Samstag (Ortszeit) mit. Doch seien die Revolutionsgarden mit dem Vorhaben gescheitert.

Den Angaben zufolge fing die Überwachungsdrohne ein, wie der Öltanker diese Woche nach dem Vorfall im Golf von Oman in Brand geriet. Wenige Minuten später habe eine umgerüstete iranische Boden-Luft-Rakete vom Typ SA-7 versucht, die Drohne vom Himmel zu holen.

Militärsprecher Earl Brown sagte, Folgeuntersuchungen deuteten darauf hin, dass damit wahrscheinlich eine Beobachtung eines zweiten Öltankers – die „Kokuka Courageous“ – gestört werden sollte. Der Tanker wurde ebenfalls am Donnerstag von Explosionen erschüttert und beschädigt. Die USA werfen Teheran vor, die Öltanker mit Haftminen attackiert zu haben. Der Iran weist dies zurück.

Die jüngsten Vorfälle belasten das ohnehin gespannte Verhältnis zwischen den USA und dem Iran. Schon vor einem Monat hatte es vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe gegeben. Auch dafür machten die USA den Iran verantwortlich.

Die Trump-Regierung hatte sich vor einem Jahr einseitig aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran zurückgezogen, weil es Teheran aus Sicht Washingtons zu viele Zugeständnisse einräumt. Seitdem führte das Weiße Haus schrittweise die Sanktionen wieder ein, um Teheran zu Verhandlungen über einen neuen, strengeren Pakt zu bewegen.