Nach zwei Abstürzen darf Boeings Mittelstreckenjet 737 Max vorerst in keinem Land fliegen - das belastet auch den größten deutschen Reisekonzern TUI. Im dritten Geschäftsquartal von April bis Ende Juni brach der operative Gewinn (bereinigtes Ebita) um 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 101 Millionen Euro ein. Dies teilte das Unternehmen mit.

Zudem hielten sich die Kunden bei den Buchungen weiter zurück: Bis Anfang August verkaufte TUI ein Prozent weniger Sommerurlaube als ein Jahr zuvor. Die Preise dafür stiegen im Schnitt um ein Prozent.

Den Umsatz steigerte TUI trotz der Probleme um fast vier Prozent auf 4,75 Milliarden Euro. So waren die konzerneigenen Kreuzfahrtschiffe stärker gefragt. Außerdem hat das Unternehmen sein Geschäft mit Ausflügen in den Urlaubsregionen durch Übernahmen kräftig ausgeweitet.

TUI hat 15 Maschinen der 737-Max-Reihe in seiner Flotte, die nach zwei Abstürzen von Flugzeugen des gleichen Typs von Lion Air und Ethiopian Airlines am Boden bleiben müssen. Diesen Sommer sollte TUI eigentlich acht weitere erhalten.

Wegen des Flugverbots musste der Konzern für viel Geld Ersatzmaschinen organisieren und hat sein Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr bereits gekappt. Vorstandschef Fritz Joussen rechnet nun weiterhin damit, dass der bereinigte operative Gewinn bis Ende September um bis zu 26 Prozent unter dem Vorjahreswert von knapp 1,2 Milliarden Euro liegt.