Amerikanische Richter müssen sich bekanntlich regelmäßig auch nach Klagen befassen, die hier und da Kopfschütteln verursachen. So auch der aktuelle Fall, in dem Apple sich wohl vor Gericht dafür rechtfertigen muss, dass die Zwei-Faktor-Authentifizierung nach Ablauf einer zweiwöchigen Übergangszeit nicht mehr deaktiviert werden kann.
Der Kläger fühlt sich durch die Apple-Regelung gegängelt, so sei die Maßgabe nicht nur unbequem, sondern verstoße auch gegen mehrere Gesetze des Bundesstaats Kalifornien. Zudem habe Apple die Funktion ohne sein Wissen aktiviert.

Letzteres scheint zweifelhaft. Apple drängt Nutzer zwar schon seit geraumer Zeit dazu, die Sicherheitsfunktion zu aktivieren, die Entscheidung darüber liegt allerdings beim Kunden. Natürlich ist die Benutzung der Zwei-Faktor-Authentifizierung mit Mehraufwand verbunden, Überlegungen hinsichtlich der Account-Sicherheit lassen es allerdings als unsinnig erscheinen, diese Maßnahme als Gängelung zu sehen. Vielmehr ist die Verwendung der Funktion mittlerweile ohne Ausnahme empfehlenswert.

Der Kläger zeigt sich jedoch mit diesen Argumenten nicht einverstanden und fühlt sich durch Apple zur Benutzung der Funktion gezwungen. Zudem werde nicht ausreichend deutlich darauf hingewiesen, dass sich die Umstellung nur innerhalb der ersten beiden Wochen wieder rückgängig machen lässt.

Apple informiert unter dem Titel Zwei-Faktor-Authentifizierung für die Apple-ID ausführlich über die Funktion. In diesem Text findet sich auch der Hinweis auf die vom Kläger kritisierte Regelung:

Schutz für das iCloud-Konto, nicht das Gerät

Auf den ersten Blick erscheint die Implementierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung in der Tat teils unsinnig. Insbesondere die Tatsache, dass die Bestätigungscodes auf allen Geräten angezeigt werden, verwirrt häufig Nutzer. Wir sind auf diesen Sachverhalt bereits gesondert eingegangen. Der Knackpunkt ist die Tatsache, dass das Konzept dahinter einen Schutz für das iCloud-Konto, und nicht für das einzelne Gerät vorsieht.