Es waren nur zwei Sätze – doch mit denen sorgte Angela Merkel (CDU) für die politische Diskussion in dieser Woche. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ kündigte die Bundeskanzlerin an, sich künftig mit noch größerem Einsatz als bisher für die Zukunft Europas einzusetzen.

Wörtlich sagte sie: „Viele machen sich Sorgen um Europa, auch ich. Daraus entsteht bei mir ein noch einmal gesteigertes Gefühl der Verantwortung, mich gemeinsam mit anderen um das Schicksal dieses Europas zu kümmern.“

Die Äußerungen zu ihrem gestiegenen Verantwortungsgefühl für Europa könnte man so verstehen, dass die 64-Jährige nach ihrer Kanzlerschaft in Deutschland den Wechsel auf einen wichtigen Posten bei der Europäischen Union in Brüssel für denkbar hält und nicht ausschließt.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hatte Ende April erklärt, er halte es für denkbar, dass Merkel nach ihrer Zeit als Kanzlerin eine Rolle auf europäischer Ebene übernehmen könnte. „Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass Angela Merkel in der Versenkung verschwindet“, sagte er. „Sie ist nicht nur eine Respektsperson, sondern ein liebenswertes Gesamtkunstwerk.“ Mit Blick auf ein mögliches EU-Amt fügte er hinzu: „Hochqualifiziert wäre sie.“